Warum Perfektion deinen Alltag so schwer macht
Wir leben in einer Zeit, in der uns ständig vorgelebt wird, wie „gutes“ Familienleben auszusehen hat. Perfekte Brotdosen, durchgetaktete Morgenroutinen, Kinder, die immer passend angezogen sind, und Mütter, die scheinbar alles im Griff haben – und dabei noch entspannt lächeln. Genau dieser Anspruch ist es, der unseren mentalen Load massiv antreibt. Und warum diese Perfektion deinen Mental Load nur befeuert.
Mental Load entsteht nicht durch einzelne Aufgaben. Niemand bricht zusammen, weil er einmal vergisst, eine Matschhose zu kaufen oder weil ein Schulheft nicht im Ranzen liegt. Es ist die ständige gedankliche Daueranspannung: Habe ich an alles gedacht? Kommt noch ein Anruf? Habe ich etwas übersehen? Kann ich mir jetzt überhaupt erlauben, kurz nichts zu tun?
Das Problem ist nicht der Alltag an sich. Es ist die Erwartung, ihn perfekt organisieren zu müssen – und die Angst, dafür von außen bewertet zu werden. Genau hier beginnt die Überladung.
Mental Load ist kein Burnout – sondern schlechtes Management
Wichtig ist die Unterscheidung: Mental Load ist kein Burnout. Es ist auch keine Phase, in der einfach mal viel los ist. Mental Load bedeutet, dass der Kopf nie abschaltet. Dass selbst im Liegestuhl mit Buch das Gefühl bleibt, innerlich auf Abruf zu sein.
Und ja, das ist unbequem zu hören: In den meisten Fällen ist dieser Zustand kein Schicksal, sondern ein schlecht organisiertes System. Oft sogar ein überorganisiertes. To-do-Listen, die Monate im Voraus Matschhosen-Checks empfehlen, machen das Leben nicht leichter – sie erzeugen zusätzlichen Druck.
Was passiert denn wirklich, wenn die Matschhose fehlt? Das Kind spielt drinnen. Oder man fragt im Kindergarten nach einer Ersatzhose. Zwei Tage später ist eine neue bestellt. Fertig. Die Katastrophe findet meist nur im eigenen Kopf statt.
Verantwortung abgeben: Kinder, Partner und Ehrlichkeit
Ein großer Hebel zur Entlastung ist das bewusste Abgeben von Verantwortung. Viele Mütter tragen nicht nur ihre eigenen Aufgaben, sondern gleich noch die der Kinder, des Partners und oft auch die emotionale Verantwortung für das gesamte System Familie.
Dabei können Kinder viel früher Verantwortung übernehmen, als wir ihnen zutrauen. Ein Erstklässler kann sein Heft selbst einpacken. Ein Kindergartenkind kann sich anziehen. Nicht perfekt – aber ausreichend. Fehler gehören dazu. Vergessen gehört dazu. Lernen passiert genau dort.
Dasselbe gilt für Partnerschaften. Wer beim Rausgehen mit den Kindern immer noch überprüft, ob alle richtig angezogen sind, signalisiert unbewusst: „Ich bin zuständig.“ Solange das so bleibt, wird sich nichts ändern. Verantwortung muss man nicht nur wünschen – man muss sie wirklich loslassen.
Ehrlichkeit hilft enorm. Ehrlich zu sagen: „Das habe ich verpeilt.“ Ehrlich zu sagen: „Dafür bin ich nicht zuständig.“ Ehrlich auch zu den Kindern. Perfektion schafft Distanz, Ehrlichkeit schafft Entspannung.
Warum tägliches Kochen Teil der Lösung ist
Auf den ersten Blick wirkt es widersprüchlich: Ausgerechnet täglich kochen soll den mentalen Load reduzieren? Ist das nicht noch eine zusätzliche Aufgabe?
Der Knackpunkt liegt nicht im Kochen selbst, sondern im Drumherum. Der Stress entsteht durch die tägliche Frage: Was gibt es heute? Durch den Anspruch, es besonders gut, besonders gesund, besonders ausgewogen zu machen. Regional, saisonal, zuckerfrei, proteinreich, frisch – und bitte alles gleichzeitig.
Dieser Perfektionsanspruch lähmt. Nicht das Kochen.
Essen ist ein Grundbedürfnis – genauso wie Schlaf oder Nähe. Wird es dauerhaft halbherzig, chaotisch oder unter Dauerstress erledigt, wirkt sich das auf das gesamte Familiensystem aus. Viele Frauen in der Academy berichten, dass mit regelmäßigem warmem Essen nicht nur der Tisch ruhiger wird, sondern auch die Kinder ausgeglichener sind und der ganze Tag eine andere Grundstimmung bekommt.
Dabei geht es nicht um Haute Cuisine oder strenge Ernährungsregeln. Wer traditionell, abwechslungsreich und mit echten Lebensmitteln kocht, macht bereits sehr viel richtig. Ohne Fertigprodukte, ohne ständiges Optimieren. Butter, Sahne, Kartoffeln – nicht verboten, sondern normal.
Struktur statt Planungswahnsinn
Ein klassischer Wochenplan kann helfen – muss aber nicht. Aus meiner Sicht ist er eher eine zusätzliche mentale Hürde: planen, aufschreiben, einkaufen, umsetzen. Das kostet Energie.
Eine Alternative ist ein funktionierendes Grundsystem: Wissen, was man zu Hause hat. Routinen für bestimmte Tage. Ein Gefühl dafür entwickeln, was schnell geht und was Zeit braucht. Nicht alles vorher festlegen, sondern flexibel bleiben.
Entlastung entsteht nicht durch mehr Kontrolle, sondern durch weniger Entscheidungsdruck. Wenn das Kochen selbst selbstverständlich wird, verschwindet ein großer Teil des täglichen Grübelns automatisch.
Wenn du endlich deinen Mental Load beim Thema „Essensplanung“ reduzieren willst, dann melde dich noch heute unverbindlich, kostenlos auf der Warteliste für die Kitchen Queen Academy an: Hier gehts zur Anmeldung. (Der Kurs öffnet 2 x im Jahr seine Pforten, demnächst wieder Ende Februar/ Anfang März)
Weniger Perfektion, mehr Vertrauen
Viele Themen, die uns stressen, sind bei genauer Betrachtung erstaunlich harmlos. Ein vergessenes Pausenbrot. Eine fehlende Mütze. Ein Kind, das einmal zu spät kommt. Das Leben geht weiter.
Kinder lernen durch Erfahrung – nicht durch perfekte Absicherung. Und Familienleben wird nicht besser, je mehr wir kontrollieren, sondern je mehr wir vertrauen: uns selbst, den Kindern, dem System.
Mental Load entsteht dort, wo wir glauben, alles allein tragen zu müssen. Entspannung beginnt dort, wo wir akzeptieren: Es muss nicht alles perfekt sein. Es muss nur funktionieren.
Und manchmal ist die einfachste Antwort tatsächlich:
Ich koche heute. Punkt.
Und hier gehts zur nächsten Podcastfolge: Warum Perfektion deinen Mental Load befeuert
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