Eine sehr persönliche Podcastfolge, bei der ich nach ein paar Tagen wirklich überlegt haben, ob ich sie besser wieder löschen soll? Ja, sie zeigt die andere Seite von Machen kommt von Tun, sie zeigt, dass Zweifel und Wut immer wieder deine Begleiter sein werden auf einem Weg der oft ungewiss ist. Aber runterschlucken und gute Miene zum Spiel machen geht am Ende immer auf die Gesundheit, also lieber mal ein wenig „Luft machen“ und anschließend mit neuen Mut ans Werk. Ob es mir glückt? Dafür unbedingt jede Woche dranbleiben und meinen Podcast hören!
Krönchen richten – und trotzdem weitermachen
Manchmal braucht es eine Nacht Schlaf, um die Dinge einzuordnen. So war es auch nach der Nachricht, dass das mein Kochbuch es nicht auf die Shortlist des Selfpublishing-Buchpreis geschafft hat. Top 30 – und dann Schluss. Kein Weiterkommen, kein Shortlist-Moment, kein „Yeah, wir haben es geschafft“.
Natürlich wünscht man sich den Erfolg. Natürlich hätte ich es diesem Buch gegönnt – für all die Stunden Arbeit, Herzblut und Energie. Und ja, es tut kurz weh. Aber genau hier beginnt die eigentliche Frage: Ist das ein Grund aufzuhören? Oder nur ein Moment, um das Krönchen zu richten und weiterzugehen?
Rückschläge gehören dazu. Jeder weiß das theoretisch. Praktisch wünschen wir uns trotzdem, dass es endlich mal „läuft“. Dass Mühe sichtbar wird. Dass Engagement sich rechnet. Dass jemand sagt: Das war richtig gut.
Doch Erfolg ist selten linear. Von außen wirkt vieles größer, klarer, glänzender. Von innen fühlt es sich oft wie Daueranstrengung an.
Wenn Social Media mürbe macht
Wer sich heute in der Öffentlichkeit bewegt, bewegt sich im Dauervergleich. Zahlen, Reichweite, Follower, Engagement – alles messbar. Alles sichtbar. Und damit auch alles bewertbar.
Das Frustrierende: Es liegt nicht nur am „Algorithmus“. Es sind Trends. Gesellschaftliche Stimmungen. Plattformwechsel. Was auf Instagram und TikTok nicht funktioniert, kann auf YouTube plötzlich erstaunlich gut laufen. 200 Follower, aber 2.000 Aufrufe auf ein Video – das fühlt sich groß an. Und doch bleibt im Hintergrund die Frage: Warum wächst es nicht weiter?
Genau hier beginnt die Zermürbung. Nicht durch einen einzelnen Misserfolg. Sondern durch das Immer-wieder. Du bringst etwas raus, freust dich darauf – kaum Reaktion. Du versuchst es erneut – wieder nichts. Woche für Woche. Monat für Monat.
Es ist wie in der Pflege oder in der Familie: Nicht eine fehlende Dankbarkeit verletzt. Sondern das dauerhafte Ausbleiben eines kleinen „Danke“.
Und dann kommt noch das öffentliche Feedback dazu. Erdbeeren außerhalb der Saison? Plastikverpackung? Schneckenkorn im Garten? Irgendjemand wird immer erklären, warum du es falsch machst.
An guten Tagen lässt dich das kalt. An schlechten Tagen kratzt es. Nicht, weil du unsicher bist. Sondern weil diese permanente Bewertung Energie frisst.
Energie ist kein esoterisches Wort
Wer regelmäßig Inhalte produziert – Podcasts, Kurse, Videos – weiß: Energie ist die Währung. Ohne sie geht nichts.
Energie entsteht, wenn das, was du gibst, irgendwo ankommt. Wenn du merkst, dass jemand einen „Aha“-Moment hat. Wenn jemand schreibt: Jetzt habe ich es verstanden. Genau das ist mein Mehrwert.
Im Kern geht es nicht nur ums besondere Rezept beim Kochen. Es geht um Zusammenhänge. Um Selbstwirksamkeit. Um dieses Gefühl: Ich habe etwas verstanden, ich kann es übertragen, ich wachse daran.
Doch diese Energie muss genährt werden. Und sie wird nicht allein durch Disziplin erzeugt. Man kann sein Programm abspulen. Man kann liefern. Man kann funktionieren. Aber wenn das innere Feuer schwächer wird, hilft reine Routine nicht weiter.
Dann steht man da und denkt: Ich tue so viel – aber bewege ich wirklich etwas?
Großzügigkeit und die betriebswirtschaftliche Realität
Mein Gedanke: Wer großzügig gibt, bekommt irgendwann zurück. Wissen teilen, Tipps weitergeben, Mehrwert liefern – das ist eine Haltung. Und eine schöne dazu.
Aber irgendwann kommt der nüchterne Betriebswirt ins Spiel. Der fragt: Rechnet sich das? Gibt es Wachstum? Gibt es Wartelisten? Ist da eine schwarze Null in Sicht?
Wenn die ehrliche Antwort über Jahre hinweg „nein“ lautet, braucht es mehr als Idealismus. Dann braucht es ein starkes Warum.
Warum steht jemand morgens um fünf auf, um vor der Arbeit zu trainieren? Warum schwimmen Jugendliche vor der Schule ihre Bahnen? Warum hält jemand durch, obwohl es sich finanziell noch nicht trägt?
Weil es einen inneren Antrieb gibt. Eine Vision. Ein Ziel, das größer ist als der aktuelle Kontostand.
Doch selbst dieses Warum muss gelegentlich überprüft werden. Wenn die alten Strategien nicht mehr funktionieren, hilft kein Jammern. Dann gilt der unbequeme Satz: Wenn du andere Ergebnisse willst, musst du Dinge anders tun.
Die Schwierigkeit liegt nicht im Verstehen dieses Satzes. Sondern im Umsetzen. Denn manchmal weiß man schlicht nicht, was dieses „anders“ konkret bedeutet.
Gelassenheit im medialen Wahnsinn
Der mediale Raum ist laut. Moralisch aufgeladen. Schnell urteilend. Eine Kleinigkeit wird zur Grundsatzfrage erklärt. Eine alltägliche Entscheidung zur politischen Haltung.
Doch bei aller Diskussion muss man sich eines bewusst machen: Die große Mehrheit lebt weiterhin normal. Mit Kompromissen. Mit Unvollkommenheit. Mit Plastikverpackung im Kühlschrank und regionalem Einkauf, wo es möglich ist. Mit guten Vorsätzen – und gelegentlicher Bequemlichkeit.
Gelassenheit bedeutet nicht Gleichgültigkeit. Sondern ein bewusstes Abwägen: Wo stehe ich? Was ist mir wichtig? Was trage ich aus – und was lasse ich stehen?
Nicht jede Kritik braucht eine Antwort. Nicht jede Zahl definiert deinen Wert. Nicht jeder Rückschlag ist ein Zeichen zum Aufhören.
Manchmal ist es nur ein Signal zum Innehalten.
Der Podcast läuft weiter. Nicht, weil er „reich“ macht. Sondern weil er Wirkung hat und das ist gerade die Währung für mich. Weil er Menschen erreicht. Vielleicht nicht in riesigen Zahlen – aber real. Und das zählt.
Am Ende bleibt eine ehrliche Erkenntnis: Es ist okay, müde zu sein. Es ist okay, zu zweifeln. Es ist sogar gesund, Dinge zu hinterfragen.
Aber Aufgeben sollte eine bewusste Entscheidung sein – keine emotionale Kurzschlussreaktion.
Also: Krönchen richten. Durchatmen. Neu justieren. Und dann weitermachen – vielleicht anders, vielleicht klarer positioniert, vielleicht mit geschärftem Fokus.
Aber immer mit dem Wissen: Machen kommt von Tun. Viel Freude beim Dranbleiben, es fühlt sich manchmal beschissen an, aber ob es sich rentiert hat, wissen wir immer erst hinterher!
Und hier gehts zur nächsten Podcastfolge: Krönchen richten, Pause oder Schluss machen?
Du willst keine Folge verpassen? Du stehst auf „Erinnerung“?
Dann abonniere gerne meinen Newsletter – hier findest du jedes Mal den Link zu neuen Podcastfolge und außerdem praktische Tipps rund um die Resteverwertung in der Küche und ab 2026 ganz neu, die „Wocheninspritation“ zum Ausdrucken und Sammeln!
Abonniere den
Newsletter – „Leftover Letter with Love“
Du bist immer für einen guten “Restetipp” oder ein Rezept zu haben und du möchtest immer als Erste wissen, wenn es etwas Neues bei uns gibt!






Du bist immer für einen guten “Restetipp” oder ein Rezept zu haben und du möchtest immer als Erste wissen, wenn es etwas Neues bei uns gibt!